Patellaluxation Hund

Die Patellaluxation beim Hund. Symptome, Kosten und Behandlung der Kniescheibenluxation auf einen Blick.

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Patellaluxation Hund

Die Patellaluxation beim Hund ist eine Verletzung am Kniegelenk, bei der die Patella, also die Kniescheibe, deutlich verrenkt ist. Oft ist eine Patellaluxation beim Hund daher äußerst schmerzhaft, weshalb sie auch nicht einfach ignoriert werden kann. Wurde eine Patellaluxation bei eurem Hund diagnostiziert, muss entsprechend gehandelt werden.

Betroffene Hundehalter finden hier alle wichtigen Infos. Egal ob es um die Symptome, die unterschiedlichen Schweregrade oder auch die Kosten einer Operation geht. Außerdem klären wir darüber auf, wie die Patellaluxation beim Hund auch ohne Operation behandelt werden kann, beispielsweise mit Nahrungsergänzungsmitteln oder Physiotherapie.

Da wir persönlich bereits Erfahrungen mit der Patellaluxation beim Hund sammeln konnten, basieren all unsere Empfehlungen auf einem persönlichen Hintergrund und wurden mit Bildern und Videos von unserem eigenen Vierbeiner ergänzt. Falls bei eurem Hund also eine Patellaluxation diagnostiziert wurde und ihr euch nun über das Thema informieren möchtet, seid ihr hier genau richtig.

Zu den Empfehlungen

Kniescheibenluxation beim Hund

Die vor allem bei kleinen Hunden verbreitete Patellaluxation beim Hund (Kniescheibenluxation), ist eine Verletzung am Kniegelenk, bei der die Kniescheibe (Patella) aus ihrer Gleitrinne springt. Die nicht selten sehr schmerzhafte Patellaluxation, macht sich beim Hund vor allem in Form von Lahmheiten bemerkbar, sodass eines der Hinterbeine zeitweise angehoben oder sogar dauerhaft geschont wird.

Typisch für eine Patellaluxation beim Hund, ist daher ein leicht springender (dreibeiniger) Gang, der stets als erstes Anzeichen für die Verrenkung gesehen wird und auf entsprechende Knieschmerzen hindeutet. Besonders häufig von einer Patellaluxationen betroffen, sind dabei die kleinen Hunderassen, wie zum Beispiel der Chihuahua oder Jack Russel Terrier.

Diese Website entstand, weil wir selbst einen Patellaluxation geplagten Hund haben. Unsere kleine Chihuahua-Hündin traf es mit ungefähr zwei Jahren und es war eine vererbte Kniescheibenluxation. Mit der Zeit wurde selbige leider immer schlimmer und während dieser Phase fanden wir bei Tierärzten oft nicht die erhoffte Hilfe.

Doch eben weil diese Zeit von Fehlschlägen, falschen Diagnosen und Behandlungen geprägt war und eben weil die Operation der Patellaluxation am Ende so umfangreich ausfiel, lernten wir in dieser Zeit auch eine ganze Menge bezüglich der Kniescheibenverrenkung. Von den eigenen Erfahrungen angetrieben, möchten wir hier nun anderen Hundehaltern und ihren Hunden helfen.

Symptome einer Patellaluxation

Die Kniescheibe (Patella) eines Hundes besteht aus einem scheibenförmig abgeflachten Knochen, der sich vor dem Kniegelenk befindet. Bei einer Kniescheibenverrenkung verbleibt die Kniescheibe nun nicht mehr an ihrem üblichen Platz, sondern springt immer wieder unkontrolliert aus ihrer Gleitrinne heraus. Das Kniegelenk verliert also seine Stabilität, was dem Hund Probleme bei Laufen bereitet.

Deshalb führt eine Patellaluxation beim Hund in der Regel dazu, dass das betroffene Bein nicht mehr korrekt oder nur noch unter sehr starken Schmerzen belastet werden kann. Humpeln und gelegentliches Aussetzen der Schritte, sind die typischen Symptome einer Patellaluxation.

Die Kniescheibenluxation ist also oft daran erkennbar, dass der Hund beim Laufen deutlich sichtbar lahmt und das betroffene Bein dabei immer wieder schlagartig anhebt. Dann läuft er mehrere Schritte auf drei Beinen, was einen hüpfenden Gang erzeugt. Mit diesem Gang versucht der Hund die betroffene Kniescheibe zu entlasten und die Folge ist der, für die Patellaluxationen beim Hund sehr typische, dreibeinige Gang, der meist nur wenige Schritte andauert.

Zunächst treten solche Symptome kaum wahrnehmbar und nur gelegentlich in Erscheinung. Manchmal hüpft der Hund einige Meter auf drei Beinen (immer wenn die Kniescheibe herausspringt) und kurze Zeit später ist alles schon wieder vollkommen normal. Erst in späteren Stadien der Kniescheibenverrenkung, macht sich die Patellaluxation im Gang des Hundes deutlicher bemerkbar und kann vom Hund auch nicht länger versteckt werden.

Patellaluxation Symptome

Schweregrade einer Patellaluxation

Die Patellaluxation beim Hund wird in vier verschiedenen Schweregraden diagnostiziert. Jeder Grad ist dabei unterschiedlich stark ausgeprägt. Die genaue Einstufung der verschiedenen Grade ist wichtig, weil sich nach ihnen die notwendige Therapie und Behandlung des Hundes richten sollten.

Ein seriöser Tierarzt stuft die Patellaluxation beim Hund daher in einen der folgenden vier Grade ein, bevor er weitere Diagnosen stellt. Der jeweilige Grad einer Patellaluxation, lässt sich aufgrund der gezeigten Symptome einordnen.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass eine Patellaluxation beim Hund nur in sehr schweren Fällen, wirkliche Probleme bereitet und operiert werden sollte. Bevor also an eine teure und oft auch sehr risikoreiche Operation gedacht wird, sollten immer erst verschiedene Nahrungsergänzungsmittel ausprobiert werden, die oft bereits eine deutliche Verbesserung bringen können. Auch Physiotherapie kann eurem Hund Linderung verschaffen.

Schlagen weder Nahrungsergänzungsmittel, noch für Physiotherapie für Hunde an, solltet ihr euch noch einmal mit eurem Tierarzt beraten. Bedenkt bei eurer Entscheidung, dass die Operation einer Patellaluxation immer auch ein mögliches Trauma nach sich zieht. Auch die schmerzhafte Heilphase, in der euer Hund massiv gepflegt werden muss und ziemlich stark leidet, gehört leider dazu, ebenso wie die risikoreiche Narkose und die hohen Kosten, die ohne Hundekrankenversicherung selbst getragen werden müssen.

Behandlung ohne Operation

Als Geheimtipp, der sich unter Haltern von betroffenen Hunden, auf dem Hundeplatz und in den Hundeforen, zur Patellaluxation herumgesprochen hat, haben sich die DogFit Gelenktabletten erwiesen. Die Kapseln, die einfach unter das Futter gemischt werden können, beinhalten verschiedene Nahrungsergänzungsmittel, die die Symptome einer Patellaluxation beim Hund deutlich abschwächen können.

In den DogFit Kapseln sind im Grunde nur verschiedene Nahrungsergänzungsmittel enthalten, die im Falle einer Patellaluxation nicht nur für einen sehr effektiven und vorbeugenden Schutz sorgen, sondern auch bei einer Behandlung helfen, indem sie die Kniescheibe mit allen Notwendigen Nährstoffen versorgen und die Bewegungen am Kniegelenk unterstützen.

Da derartige Nahrungsergänzungsmittel oft bereits ausreichen, gerade bei einer eher leichten Kniescheibenluxation, sollte der Tipp hier natürlich nicht unerwähnt bleiben. Ein Versuch ist es jedenfalls wert, denn eine Operation mit anschließender Heilphase, ist für den Hund alles andere als angenehm und bringt häufig ein kleines Trauma mit sich. Bei unserem Hund schlugen die Nahrungsergänzungsmittel jedenfalls gut an, weshalb wir ausschließlich positive Erfahrungen mit ihnen sammeln konnten.

Vorteile einer Nahrungsergänzung

Nahrungsergänzungsmittel

DogFit ist der ideale Zusatz, wenn euer Hund Probleme mit dem Kniegelenk hat oder bereits eine Patellaluxation diagnostiziert wurde. Auch zur Vorbeugung einer Kniescheibenverrenkung, ist das Nahrungsergänzungsmittel bestens geeignet. Die Kapseln, die auch problemlos geöffnet und über das Hundefutter gestreut werden können, enthalten verschiedene Inhaltsstoffe, die sich positiv auf das Kniegelenk auswirken. Enthalten ist unter anderem Glucosamin und MSM. Unsere Erfahrungen mit dem Nahrungsergänzungsmittel sind durchweg positiv, weshalb wir es euch auch wärmstens empfehlen können.

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Im Falle einer Patellaluxation beim Hund, hilft meist eine Mischung aus verschiedenen Nahrungsergänzungsmitteln dabei, das Kniegelenk zu unterstützen und dem Hund seine Schmerzen zu nehmen. DogFit gilt dabei schon lange als eine Art Geheimtipp unter Hundefreunden, da die meisten ausschließlich positive Erfahrungen mit dem Nahrungsergänzungsmittel gemacht haben.

Häufig verschwinden die Symptome einer Patellaluxation fast vollständig, wenn ein entsprechendes Nahrungsergänzungsmittel über einige Monate lang gegeben wurde. So lässt sich auch die aufwendige und schmerzhafte Operation des Kniegelenks umgehen, die darüber hinaus mit hohen Kosten verbunden ist. Welche Inhaltsstoffe bei einer Patellaluxation empfohlen werden, zeigen wir euch hier.

Empfohlene Inhaltsstoffe

Das waren sie, die wohl wichtigsten Nahrungsergänzungsmittel, die im Falle einer Patellauxation beim Hund helfen sollen. Wer diese nicht selbst zusammenstellen möchte, kann auf die oben empfohlenen Kapseln zurückgreifen, die eine vorgefertigte Mischung einiger Stoffe enthalten, die dem Kniegelenk zugute kommen und die Symptome der Patellaluxation beim Hund oft deutlich abschwächen.

Bei einer besonders schweren Kniescheibenverrenkung werden Nahrungsergänzungsmittel vermutlich nicht mehr helfen, doch gerade wenn die Kniescheibenluxation sich noch am Anfang befindet und das Kniegelenk bislang keinen großen Schaden (z.B. Knorpelschaden) erleiden musste, sind sie häufig sehr effektiv und verschaffen dem Hund Linderung bei seinen Knieschmerzen. Ein Versuch ist es wert.

Ursachen für eine Patellaluxation

Eine Patellaluxation beim Hund geht häufig auf eine krankhafte Knochenveränderung oder auf Schwächen des Bindegewebes zurück. Einfluss auf die Patellaluxation haben dabei sowohl genetische, als auch umweltbedingte Ursachen, wie zum Beispiel eine unsachgemäße Haltung oder zu viel Bewegung im jungen Alter des Hundes. Auch eine dauerhafte Fehlernährung kann zu einer Patellaluxation beitragen bzw. die Fehlstellung der Kniescheibe noch weiter begünstigen.

Gegen eine Patellaluxation beim Hund helfen die oben erwähnten Nahrungsergänzungsmittel. Diese gleichen die Unterversorgung, gerade bei einer eher leichten Kniescheibenluxation, mit wichtigen Nährstoffen aus. Oder anders gesagt: Statt einer schwierigen, risikoreichen und ziemlich teuren Operation, reicht es bei vielen Hunden oft schon aus, wenn verschiedene Nahrungsergänzungsmittel gefüttert werden.

Nahrungsergänzungsmittel sorgen also dafür, dass die Kniescheibe problemlos und von allein zurück in ihre Position rutschen kann. Stellt euch das wie eine Art Schmiermittel vor. Die eigentliche Ursache, nämlich die Patellaluxation, bleibt dann zwar weiterhin bestehen, sie ist für den Hund aber nicht länger schmerzhaft, da die Kniescheibe problemlos hin- und hergleiten kann.

Unten möchten wir euch nun die verschiedenen Ursachen für eine Patellaluxation beim Hund nennen und auf diese noch ein wenig genauer eingehen, um alle Möglichkeiten genaustens zu erklären.

Knochenbedingte Patellaluxation

Zu den knochenbedingten Ursachen einer Patellaluxation beim Hund gehören die folgenden Punkte, die dabei auch recht typisch sind. Hier unterscheidet man vor allem die verschiedenen Arten einer Patellaluxation. Etwa eine die genetisch bedingt ist oder durch eine zu kleine Patell bzw. Patellasehne hervorgerufen wurde.

Bei O- oder X-Beinen handelt es sich um eine genetisch bedingte Fehlstellung der Hinterläufe, bei der die Kniescheibe in Bewegung immer wieder schräg durch die Rollfurche gezogen wird. Aufgrund der überdehnten Seitenbänder, springt die Kniescheibe bei O-Beinen aus ihrer Gleitrinne nach innen bzw. bei X-Beinen nach außen heraus. Schon bei der Geburt kann die Gleitrinne zu flach ausgeprägt sein, was später unweigerlich zu Problemen führt. Häufig ist die Kniescheibe auch schlichtweg zu groß, sodass sie nicht richtig zur Rollfurche passt.

Eine knochenbedingte Patellaluxation beim Hund ist häufig auf unsachgemäße Züchtungen zurückzuführen, bei denen mangels Untersuchung und Kontrolle, Gendefekte verantwortungslos weitervererbt wurden. Gerade bei den so beliebten Chihuahuas, gibt es unzählige solcher Zuchten, die eine vererbte Patellaluxation aufweisen.

Leider entscheidet bei vielen Hundehaltern ausschließlich das Aussehen, nicht aber die Gesundheit oder das Wesen darüber, welchen Hund sie sich anschaffen. Das Resultat sind auf Schönheit gezüchtete Hunderassen, bei denen skrupellose Vermehrer und Hundezüchter, immer wieder ganz gezielt Defekte fördern oder sich nicht darum kümmern, diese vollständig zu vermeiden. Weil die Patellaluxation beim Hund vererbbar ist, trifft dies häufig auch auf die Luxation der Kniescheibe zu.

Bindegewebs- & Muskelschwächen Patellaluxation

Wenn die Muskulatur oder das Bindegewebe eines Hundes unzureichend ausgebildet sind, kann die Funktionsfähigkeit von Bändern, Sehnen und Gelenkkapseln in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Kniescheibe findet dann keinen ausreichenden Halt mehr und springt einfach heraus. Das wiederum führt zu einer schmerzhaften Kniescheibenverrenkung bzw. Luxation der Kniescheibe.

Reine Bindegewebsschwächen führen allerdings eher selten zu einer Patellaluxation beim Hund. Der Bewegungsablauf wird bei Bindegewebsschwächen in der Regel kaum beeinträchtigt. Trotzdem ist dies eine der theoretischen Möglichkeiten, die zu einer Patellaluxation führen. Meist hat die Kniescheibenverrenkung aber andere Ursachen.

Unfallbedingte Patellaluxation

Auch ein Unfall, kann eine Patellaluxation beim Hund verursachen. Die unfallbedingte Kniescheibenverrenkung tritt dabei aber überwiegend einseitig auf. Nur selten werden beide Kniegelenke in Mitleidenschaft gezogen, sodass eine beidseitige Kniescheibenluxation vorhanden ist.

In der Regel wird eine Patellaluxation schlichtweg von den Eltern eines Hundes vererbt und ist daher auf unsachgemäße Züchtungen zurückzuführen. Eine Schande, die sich allerdings nur in den Griff bekommen lässt, wenn Züchter ihre Hunde von einem Experten untersuchen lassen, um derartige Defekte bereits vorab festzustellen und vollständig zu vermeiden.

Diagnose einer Patellaluxation

Die Diagnose einer Patellaluxation beim Hund erfordert eine umfangreiche tierärztliche Untersuchung. Das betroffene Bein und die Kniescheibe werden dabei sowohl im Liegen, wie auch im Stehen, genauestens begutachtet und anschließend sorgfältig abgetastet.

Der Tierarzt bewertet außerdem den Gang des Hundes und schaut sich diesen noch einmal gesondert an. Meistens bittet er darum, einmal mit dem Hund durch die gesamte Praxis zu laufen, um den Gang in natürlicher Bewegung bewerten und die Kniescheibe entsprechend genau beobachten zu können. So macht er sich ein Bild von dem Schweregrad der Kniescheibenluxation.

Es empfiehlt sich, vorab bereits den Gang des Hundes zu filmen, um dem Tierarzt dann das Video zeigen zu können. Weil Hunde Verletzungen in fremden Umgebungen und unter Aufregung meist verstecken, kann das Video von großem Wert wert sein, da der Tierarzt nur im natürlichen Gang bestimmte Schwächen an der Kniescheibe erkennen kann. Das hilft bei der richtigen Diagnose einer Patellaluxation und der entsprechenden Einordnung der Schweregrade.

Eine Röntgenuntersuchung gibt weiterhin Aufschluss über das Ausmaß der Patellaluxation und hilft dabei die weitere Vorgehensweise zu klären. Beispielsweise, ob eine Operation wirklich notwendig ist oder ob Physiotherapie und Nahrungsergänzungsmittel bereits ausreichen. Ein seriöser Tierarzt wird in der Regel jedoch erst dann Röntgen, wenn die Operation der Patellaluxation bei eurem Hund unvermeidbar scheint oder ihr ihn darum bittet, nicht aber während der ersten Diagnose.

Festgestellt wird eine Patellaluxation beim Hund ausschließlich durch das Abtasten und ein paar gezielte Bewegungen am Kniegelenk und der Kniescheibe, welche der Tierarzt mit einigen Handgriffen prüft. Nur für eine bevorstehende Operation müssen Knochenbau und Kniescheibe auf dem Röntgenbild genauer analysiert werden. Achtet darauf, denn ein Tierarzt der euren Hund sofort Röntgen möchte, ist meist nicht sehr seriös. Ein seriöser Tierarzt hingegen, tastet das Bein ab und nennt euch anschließend den Grad der Patellaluxation.

Therapie einer Patellaluxation

Leichte Formen einer Patellaluxation beim Hund können überwiegend konservativ, also ohne Operation behandelt werden. Zu den therapeutischen Maßnahmen gehören unter anderem das Einrenken und die Stabilisierung des Kniegelenks durch eine spezielle Schiene.

Auch Physiotherapie für Hunde kann bei einer Patellaluxation durchaus eine große Hilfe sein, vor allem, um die Muskeln am Bein zu trainieren, die das Kniegelenk im besten Fall abstützen können und somit wiederum die Kniescheibe spürbar entlasten.

Überhaupt sollte bei einer Patellaluxation unbedingt auch der Rat eines Physiotherapeuten eingeholt werden. Viele Hundehalter vergessen die Physiotherapie gerne mal und vertrauen blind ihrem jeweiligen Tierarzt. Der hat jedoch, im Vergleich mit einem Physiotherapeuten, oft weit weniger mit dem Bewegungsapparat des Hundes zu tun.

Also ruhig auch einen Physiotherapeuten für Hunde kontaktieren und ihn nach seiner Meinung und einem gezielten Training zur Unterstützung der Patellaluxation fragen. Meistens gibt es ein oder zwei Übungen für den Hund, die bei einer Patellaluxation helfen und der Kniescheibe bzw. dem Kniegelenk allgemein gut tun.

Kosten für die Operation

Eine Operation der Patellaluxation beim Hund kostet ungefähr 800 Euro pro Bein, je nachdem welche Gebühren euer Tierarzt veranschlagt und wie komplex der Einzelfall ist bzw. was sonst noch für Beschwerden vorliegen. Mal ist es etwas mehr, mal deutlich weniger, aber 500 bis 1000 Euro sollten definitiv als Kosten eingeplant werden, auch weil hinterher noch Folgekosten hinzukommen.

Der Tierarzt nennt die Behandlungskosten übrigens gerne mal ohne die Mehrwertsteuer, da sie so deutlich günstiger ausfallen. Fragt also immer noch einmal nach, ob die genannte Summe dem Endpreis mit Steuern entspricht. So seid ihr auf der sicheren Seite und erlebt hinterher keine böse Überraschung. Im Falle der Patellaluxation, beliefe sich die Mehrwertsteuer, bei 1.000 Euro Operationskosten, nämlich auf 190 Euro. Da ist es schon wichtig, ob diese in den Kosten bereits inbegriffen ist.

Wer seinen Hund bei einer Hundeversicherung angemeldet hat und dementsprechend eine Hunde OP Versicherung oder Hundekrankenversicherung für seinen Hund besitzt, sollte bei einer Patellaluxation vorab unbedingt prüfen, ob die Kosten vollumfänglich von der Hundeversicherung übernommen werden. Manchmal sind rassetypische Erkrankungen, gerade bei Kleinhunden, als spezielle Ausnahme deklariert oder werden nur teilweise erstattet.

Zu den allgemeinen Kosten einer Operation, kommen noch die Gebühren für eventuelle Nachbehandlungen hinzu, die nicht immer inbegriffen sind. Auch kann es hilfreich sein, mit dem Hund nach der Operation zur Physiotherapie zu gehen, da er das Laufen wieder neu lernen muss und nur bei der Physiotherapie ein entsprechendes Unterwasserlaufband vorhanden ist. All dies ist natürlich nicht in den Kosten der Operation enthalten, müsste also separat und aus eigener Tasche gezahlt werden.

Operation nicht immer notwendig

Auch wenn der Tierarzt meist bereits früh zu einer Operation rät, ist dennoch etwas Zurückhaltung angebracht. Häufig ist eine Operation der Patellaluxation nämlich nicht zwingend notwendig. In vielen Fällen, vor allem bei einer eher leichten Kniescheibenverrenkung, reichen Nahrungsergänzungsmittel und/oder Physiotherapie bereits vollkommen aus, um die Symptome beim Hund fast vollständig zu beseitigen.

Der Hund läuft dann wieder völlig normal und eine risikoreiche Operation, die noch dazu hohe Kosten verursacht, ist nicht mehr erforderlich. Leider sehen viele Tierärzte bei der Patellaluxation aber wohl nur ihren Verdienst, weshalb sie meist von Anfang an zur Operation raten und demnach auch keine Alternative dazu vorschlagen.

Zu den Kosten der Operation gesellen sich dann häufig noch weitere hinzu (Verbrauchsmaterial, Nachbehandlung etc.) und je nach Tierarzt unterscheiden sich die Preise für eine Operation der Patellaluxation zum Teil stark voneinander. Hier würden wir empfehlen, eine modern ausgestattete Praxis zu wählen, die neuwertige Geräte und jede Menge Erfahrung mitbringt, falls ihr euch für die Operation entscheidet.

Vorab solltet ihr aber unbedingt noch eine zweite Meinung, bei einem weiteren Tierarzt einholen. Nur so seid ihr bei ärztlichen Fragen abgesichert und könnt die Diagnose der Patellaluxation auf die Probe stellen. Einem Arzt blind zu vertrauen, ist heikel, denn Ärzte sind auch nur Menschen, die noch dazu unterschiedliche Ansichten vertreten. Wo der eine eher konservativ zu Nahrungsergänzungsmitteln oder Psychotherapie rät, möchte der andere am liebsten sofort operieren.

Allgemein muss eine eine Patellaluxation beim Hund jedoch nicht zwangsläufig operiert werden. Entscheidet euch also bitte nicht vorschnell für die Operation, sondern holt eine zweite Meinung ein und zieht auch eine Alternative bzw. konservative Behandlungsmethoden in Betracht. Manchmal ist letztere die bessere Wahl.

Wann eine Operation sinnvoll ist

Springt die Kniescheibe bei eurem Hund, trotz aller Therapieversuche, immer wieder aus ihrer Gleitrinne heraus und helfen auch Nahrungsergänzungsmittel nicht mehr weiter, kann die Operation der Patellaluxation zwingend notwendig werden. Auch deshalb, weil sonst Schäden am Kniegelenk auftreten können, wie beispielsweise ein Kniescheibenbruch oder ein Knorpelschaden.

Vorrangiges Ziel der Operation, ist dabei die Stabilisierung der Kniescheibe in ihrer Ausgangsposition, zum Beispiel durch eine Vertiefung der Gleitrinne und/oder mit Hilfe von Drähten. Möglich sind bei der Patellaluxation Operation auch weiterführende Eingriffe, wie etwa die Straffung der Gelenkkapsel oder die Korrektur von Fehlstellungen.

Wirklich notwendig, wird die Operation einer Patellaluxation immer dann, wenn Nahrungsergänzungsmittel und Physiotherapie keine Wirkung zeigen oder der Hund sichtbare Schmerzen leidet und durch die Patellaluxation etwas von seiner Lebensfreude einbüßt. In solch einem Fall ist die Operation das einzig Richtige, weil sie dem Hund auf lange Sicht gesehen helfen wird und ihm die Schmerzen nimmt.

Auch bei großen und besonders schweren Hunderassen, kann eine Operation der Patellaluxation von an Anfang an ratsam sein. Da in der Bewegung großer Hunde sehr viel Gewicht auf dem Knie lastet, sind die Schmerzen meist deutlich größer. Allerdings ist die Patellaluxation allgemein eher typisch für besonders kleine Hunderassen und bei großen Hunden daher glücklicherweise nur selten vorzufinden.

Die Operation ist sinnvoll wenn...

Wann eine Operation NICHT sinnvoll ist

Bevor die Entscheidung für oder gegen eine Operation fällt, sollten unbedingt zwei oder vielleicht sogar drei Tierärzte konsultiert werden, die sich jeweils einen eigenen Eindruck verschaffen können. Am besten ihr kontaktiert einen Spezialist, genauer gesagt ein Orthopäde, der sich mit der Patellaluxation beim Hund entsprechend gut auskennt.

Es ist durchaus schon vorgekommen, dass der Tierarzt von nebenan eine Patellaluxation beim Hund diagnostizierte, ein anderer diese Diagnose aber als falsch einstufte, woraufhin ein weiterer Tierarzt plötzlich wieder zur Operation drängte. Solche Erfahrungen mussten wir leider selbst schon machen, wie ihr unserem Erfahrungsbericht ganz unten auf der Seite entnehmen könnt.

Kleine Hunderassen sollten bei Schmerzfreiheit, wenn möglich, am besten gar nicht operiert werden, da die Nebenwirkungen einer Operation häufig schwerer wiegen als die Beeinträchtigungen durch die Patellaluxation selbst. Auch bei einem älteren Hund, eventuell mit Vorerkrankung des Herz-Kreislauf-Systems, ist immer erst abzuwägen, welche Nebenwirkungen auftreten könnten und ob deshalb nicht eine konservative Behandlung ohne Operation vorzuziehen ist.

Bei einem besonders jungen Hund, sollte die Patellaluxation ebenfalls nicht voreilig operiert werden. Wegen der sich noch im Wachstum befindlichen Knochen, zeigt eine Operation bei Junghunden möglicherweise keinen nachhaltigen Erfolg und muss im Alter noch einmal wiederholt werden. Geringfügige Fehlstellungen können außerdem, bei richtiger Ernährung und ausreichendem Auslauf, noch herauswachsen, ohne dass es dafür eine Operation benötigt.

Zu beachten ist bei der Entscheidung auch, dass ein gelegentliches Anheben des Beines nicht zwangsläufig auf Schmerzen des Hundes, sondern eventuell auf eine nur kurzfristige, jedoch vollkommen schmerzfreie, Gelenkblockade hinweist. Also nicht gleich in Panik geraten, sondern das Ganze erst einmal beobachten.

Die Operation ist NICHT sinnvoll wenn...

Maßnahmen vor der Operation

Bevor die Patellaluxation operiert wird, darf euer Hund selbstverständlich nichts fressen. Auf nüchternen Magen soll er sein, ihr kennt das sicherlich auch selbst vom Arzt. Steht eine Operation der Patellaluxation an, gibt es am Abend zuvor also kein Hundefutter mehr und auch am Morgen vor der Operation nicht.

Bitte unbedingt darauf achten, dass keine Leckerlies gefüttert werden, auch nicht von der Oma, und in der Küche nichts vom Teller fällt. Nehmt die Nüchternheit nicht auf die leichte Schulter, denn es ist tatsächlich wichtig, dass euer Hund vor der Operation einen leeren Magen hat.

Die Nüchternheit ist unter anderem deshalb von so großer Bedeutung, weil eine Narkose zum Erbrechen führen kann. Das wiederum ist bei vollem Magen unter Umständen lebensgefährlich. Außerdem haben Verdauungsprozesse einen großen Einfluss auf den Kreislauf und die Körperfunktionen eures Hundes, was bei einer bevorstehenden Operation ebenfalls nicht zu unterschätzen ist, da der Hund in seinem Zustand kontrollierbar bleiben soll.

Haltet euch also daran und gebt dem Tier weder Hundefutter, noch Snacks und auch kein Leckerlies. Selbst wenn eine Narkose heute oft alltäglich wirkt, birgt sie immer noch ein gewisses Risiko. Auch deshalb solltet ihr euch nicht leichtfertig für die Operation der Patellaluxation entscheiden, sondern vorab immer über deren Notwendigkeit nachdenken. Im schlimmsten Fall kann eine Operation eurem Hund das Leben kosten. Seid euch dessen bewusst.

Ablauf am Tag der Operation

Am frühen Morgen bringt ihr euren Hund zum Tierarzt. Dort werdet ihr dann gefragt, ob ihr beim Einleiten der Narkose dabei sein möchtet oder lieber nicht. Überlegt euch das bitte gut, denn wenn ein Hund in Narkose gelegt wird, assoziieren dies viele mit dem Tod und sind entsprechend geschockt. Das Einleiten der Narkose sieht nämlich tatsächlich so aus, als ob euer Hund direkt vor euren Augen stirbt.

Nachdem der Hund in die Narkose gelegt wurde, seid ihr soweit fertig und verlasst den Tierarzt wieder, der sich nun allein und hinter verschlossenen Türen, um die eigentliche Operation der Patellaluxation kümmert. Sobald die Operation abgeschlossen wurde, bekommt ihr in der Regel einen kurzen Anruf aus der Praxis, damit ihr euch nicht unnötig sorgen machen müsst. Meist wird euch dann auch der Zeitpunkt genannt, zu dem ihr euren Hund beim Tierarzt abholen dürft.

Grundsätzlich ist es nach der Operation ratsam, den Hund erst einmal einige Stunden zur Beobachtung beim Tierarzt zu belassen. So kann er dort ohne Stress und in einer kontrollierten Umgebung aufwachen, um sich von der Narkose und der Operation zu erholen. Achtet beim späteren Abholen darauf, eine Hundebox mitzunehmen, damit euer Hund während der Fahrt nach Hause in Ruhe weiterschlafen kann.

Mehr wird nun erst einmal nicht passieren, da euer Hund mit großer Wahrscheinlichkeit noch erschöpft von der Operation ist und nun viel Schlaf und Ruhe benötigt, um wieder zu Kräften zu kommen. Bietet ihm deshalb eine entsprechende Rückzugsmöglichkeit an, also eine ruhige Ecke, in welcher er sich ungestört erholen kann.

Nach der Operation solltet ihr eurem Hund einfach etwas Zeit geben und ihn ein wenig beobachten, um Zwischenfälle zu vermeiden. Fressen darf er jetzt natürlich noch nicht, Wasser sollte aber unbedingt bereitgestellt werden. Achtet darauf, dass er das Wasser problemlos erreichen kann und der Leckschutz nicht im Weg ist.

Nachsorge und Nachbehandlung

Die Nachsorge einer Patellaluxation Operation ist entsprechend den Anweisungen des Tierarztes durchzuführen. Nach dem operativen Eingriff, muss das Kniegelenk erst einmal für gute sechs Wochen geschont werden. Treppensteigen und wildes Herumtoben sind daher absolut tabu, im schlimmsten Fall kann ein Fehltritt erneut eine Kniescheibenverrenkung verursachen. Dann wäre die Operation umsonst gewesen und müsste wiederholt werden.

Von Vorteil sind nach der Operation jedoch Maßnahmen, die dem kontrollierten Muskelaufbau dienen. Dazu gehört beispielsweise ein entsprechendes Training auf dem Unterwasserlaufband, welches oft als Teil einer nachfolgenden Physiotherapie angeboten wird.

Nach der Operation bekommt ihr außerdem ein starkes Schmerzmittel für euren Hund, welches in den nächsten Tagen dafür sorgen wird, dass er an den Folgen der Operation nicht unnötig leiden muss. Sollte euer Hund trotzdem noch starke Schmerzen empfinden, kann der Tierarzt weitere Schmerzmittel verschreiben. Manchmal muss er das auch, weil Probleme auftreten, die die Heilphase der Patellaluxation in die Länge ziehen oder der Kniescheibe schaden.

Nahrungsergänzungsmittel dienen auch nach der Operation einer Patellaluxation als praktisches Hilfsmittel, um den Aufbau und Schutz des Knorpels zu gewährleisten und die Kniescheibe mit allem Notwendigen zu versorgen. So wird sichergestellt, dass die richtigen Nährstoffe, in ausreichender Menge vorhanden sind und die Kniescheibe bestmöglich abheilen kann.

Nahrungsergänzungsmittel sind im Falle einer Patellaluxation eigentlich immer anzuraten. Oft verschreibt auch der Tierarzt derartige Präparate, auf die aber getrost verzichtet werden kann, da sie ähnliche Inhaltsstoffe enthalten, nur eben deutlich teurer sind.

Geht es eurem Hund nach einigen Tagen besser, kann er auf kurzen, sehr vorsichtigen Spaziergängen, langsam bewegt werden. Bewegung ist während der Heilphase einer Patellaluxation äußerst wichtig, darf aber nur sehr kontrolliert, also vor allem an der Leine stattfinden. Geht daher bewusst und Schritt für Schritt mit eurem Hund, damit dieser das Bein sauber strecken und belasten kann. Hektik ist hier fehl am Platz.

Erst nach ungefähr sechs Wochen, ist die Operation der Patellaluxation dann nahezu vollständig verheilt. Nun sollte der Tierarzt noch einmal einen Blick auf das betroffene Bein werfen, um sein Okay zu geben, bevor der Hund wieder regulär bewegt wird.

Stellt euch bei der Operation einer Patellaluxation allgemein auf viel Pflege und Kontrolle ein, denn euer Hund will zu früh, zu viel, sodass ihr ihn ständig beobachten und bremsen müsst. Das passiert zwangsläufig, da der Hund durch die Schmerzmittel kein Gefühl für seine Verletzung besitzt und sich deshalb auch nicht schonen wird. Bei kleinen Hunden ist außerdem schon das Springen von der Couch ein Problem, weshalb ihr sie unbedingt im Blick behalten müsst.

Beschäftigung nach der Operation

Ein Problem, welches betroffene Hundehalter nur zu gut kennen, ist, dass der Hund, trotz Schmerzen, den Drang zur Bewegung nicht verliert. Das liegt natürlich auch daran, dass er die Schmerzen durch das verabreichte Schmerzmittel nur sehr gedämpft oder gar nicht wahrnimmt.

Bei uns hat sich nach der Operation Intelligenzspielzeug als besonders effektiv erwiesen, um den Hund entsprechend zu beschäftigen und auszulasten. Inzwischen haben wir uns, auch krankheitsbedingt, eine regelrechte Sammlung an Intelligenzspielzeugen zugelegt, welche auch heute noch gerne genutzt werden.

Durch die Kopfarbeit wird euer Hund gezielt gefordert und ist letztendlich ebenso erschöpft und zufrieden, wie er es nach einem großen Spaziergang wäre. So reichen kleine Gänge, die Knie und Kniescheibe schonen, dann vollkommen aus, solange der Hund nebenher noch entsprechende Kopfarbeit leisten muss.

Gerade nach der Patellaluxation Operation, wird dringend eine Ablenkung benötigt, da der Hund voll mit Schmerzmitteln ist und deshalb Springen und Rennen möchte, genau das aber nicht darf. Wer sich hier eine Sammlung an Intelligenzspielzeug aufbaut, entdeckt in dieser Zeit ganz neue Seiten an seinem Hund und beschäftigt ihn, ohne dass er sich dabei großartig bewegen muss.

Patellaluxation Hund Infografik

Um die Patellaluxation beim Hund besser zu verstehen und die unterschiedlichen Stadien der Erkrankung richtig deuten zu können, gibt es hier eine passende Infografik zur Patellaluxation beim Hund.

Die Infografik zeigt, was mit der Kniescheibe passiert und klärt darüber auf, wie sich die Schweregrade (Grad 1 bis Grad 4) der Kniescheibenluxation bemerkbar machen. So lässt sich schnell herausfinden, wie weit die Patellaluxation beim eigenen Hund bereits fortgeschritten ist und was genau sich an der Kniescheibe verändert.

Patellaluxation Erfahrungen

Bei unserer Chihuahua-Hündin war der Fall mit ihrer Patellaluxation leider nicht ganz so schnell klar, wie wir uns das gewünscht hätten, doch das lag zum Großteil auch an den unvernünftigen und schlichtweg ungeschulten Tierärzten. Im Großen und Ganzen durchlebten wir mit der Kleinen eine regelrechte Tierarzt-Odyssee, die erst nach jahrelangen Torturen eine vernünftige Diagnose und korrekte Heilung hervorbrachte.

Doch eben weil die Behandlung der Patellaluxation so lang andauerte und so schwierig war, konnten wir in dieser Zeit auch eine ganze Menge Erfahrungen sammeln. Wir erfuhren Fakten, die im Internet oft ganz anders dargestellt wurden und erfuhren Details über Tierärzte, die kaum zu glauben sind. Diese Erfahrungen möchten wir hier mit euch teilen.

Allgemein gibt es auch sehr viele Fehlinformationen, bezüglich der Patellaluxation beim Hund, die immer wieder auftauchen und von angeblichen Spezialisten nachgeplappert werden. Genau deshalb wurde diese Website auch in zwei Bereiche aufgeteilt. Oben findet ihr all die wichtigen Fakten und Informationen, während wir euch hier unten nun unsere persönlichen Erfahrungen mit der Patellaluxation beim Hund schildern wollen.

Die Seite selbst entstand übrigens, weil auch wir zunächst durch diesen Irrgarten an Fehlinformationen mussten. Erst viel zu spät erfuhren wir die wahren Fakten zur Patellaluxation beim Hund und mussten in dieser Zeit viele negative Erfahrungen machen.

Wer an rein sachlichen Informationen bezüglich der Patellaluxation beim Hund interessiert ist, findet weiter oben alles was er wissen muss. Angefangen von typischen Symptomen, über die Diagnose, bis hin zur Operation an der Kniescheibe. Wer dagegen an persönlichen Erfahrungen und dem Weg unserer Hündin, mitsamt ihrer Therapie und der darauffolgenden Operation interessiert ist, liest einfach weiter, um die ganze Geschichte zu erfahren.

Erste Symptome der Patellaluxation

Die Geschichtet der Patellaluxation unserer Chihuahua-Hündin, zog sich lange hin. Auch wenn wir als erfahrene Hundehalter schon im Welpenalter kleine Auffälligkeiten bemerkten und ihre Hinterbeine immer etwas instabil wirkten, alle Anzeichen also auf eine vererbte Patellaluxation hindeuteten, so war dies keinesfalls so offensichtlich, dass wir sofort zum Tierarzt gelaufen wären.

Erst mit ungefähr zweieinhalb Jahren wurde deutlich sichtbar, dass mit der Kniescheibe unseres Hundes etwas nicht stimmte. Sie lief auf Spaziergängen nicht mehr so richtig mit, hob alle paar Meter das Bein an und hüpfte dann auf drei Beinen, ein oder zwei Schritte voraus, nur um anschließend wieder zu laufen, so als wäre nichts gewesen. Typische Anzeichen einer Patellaluxation beim Hund.

Als klar war, dass mit ihrer Kniescheibe etwas nicht stimmte und auch keine Besserung in Sicht war, machten wir uns auf in die Tierklinik. Wir wollten nicht zu irgendeinem Tierarzt, sondern sofort zu einem Spezialisten und diesen erhofften wir in der Tierklinik zu finden.

Keine Hilfe in der Tierklinik

Mit dem Besuch in der Tierklinik, machten wir den ersten großen Fehler. Nach längerer Wartezeit (trotz Termin) kamen wir endlich an die Reihe. Der Tierarzt sprach nur wenig, fummelte an den Beinen unserer Hündin herum und tastete dabei auch immer wieder die Kniescheibe ab.

Am Ende der Untersuchung nannte uns der Tierarzt als Diagnose eine minder schlimme Patellaluxation, die allerdings nicht operiert werden müssten. Einfach laufen lassen, war sein Rat, und falls die Aussetzer im Schritt schlimmer würden, sollten wir noch einmal wiederkommen.

Er nannte uns darüber hinaus nicht den Schweregrad der Patellaluxation und gab ansonsten auch keine weiteren Hinweise. Der Besuch in der Tierklinik war also eine echte Enttäuschung, denn so richtig schlauer waren wir hinterher nicht und Hilfe bekamen wir auch keine.

Mit dem Wissen, dass unser Hund eine leichte Patellaluxation hatte, verließen wir daher die Tierklinik. Tipps oder Möglichkeiten einer Behandlung, bekamen wir keine, überhaupt fühlten wir uns nicht besonders gut aufgehoben.

Einfach abwarten, das war die abschließende Aussage des Tierarztes. Nicht gerade sehr hilfreich. Zum Glück waren und sind wir sehr erfahrene Hundehalter, sodass wir die Tierklinik als nicht sonderlich professionell abstempeln konnten und uns auf die Suche nach echter Hilfe machten.

Nahrungsergänzungsmittel für die Kniescheibe

Nach dem Besuch der Tierklinik, waren wir zunächst ein wenig niedergeschlagen. Wir wussten schließlich genau, dass unser Hund Probleme mit der Kniescheibe hatte und ihm das Laufen Schmerzen bereitete, konnten aber nichts dagegen tun und bekamen vom Tierarzt auch keine weiteren Tipps oder Empfehlungen.

Mit Haltern von betroffenen Hunden fanden wir im Gespräch dann heraus, dass bestimmte Nahrungsergänzungsmittel sich äußerst positiv auf die Kniescheibe auswirken können und die Symptome einer Patellaluxation somit deutlich verringern. Viele hatten bereits gute Erfahrungen mit Gelenktabletten und den darin enthaltenen Nährstoffen gemacht. Das wollten wir nun ebenfalls ausprobieren.

Daraufhin hörten wir uns gezielt um und fanden Glucosamin, MSM und Grünlippmuschelextrakt als vermeintlich wirkende Faktoren heraus. Viele dieser Nahrungsergänzungsmittel waren jedoch teuer und meist waren sie in einer Kombinationen zu geben, was kompliziert war. Am Ende entschieden wir uns deshalb für fertige Tabletten, die nicht nur bei der Behandlung einer Patellaluxation helfen sollten, sondern auch allgemein gut für die Gelenke unseres Hundes waren.

Nach einiger Zeit besserte sich der Zustand unserer Hündin dann überraschend. Das Laufen fiel ihr wieder deutlich leichter und allgemein wirkte sie inzwischen wieder lebensfroh und glücklich. Erleichterung machte sich breit. Statt einer Operation, gab es nun lediglich Nahrungsergänzungsmittel, die wir einfach unter das Futter mischen konnten. Ein gutes Zeichen, nach all den Rückschlägen bisher.

Erneute Kniescheibenverrenkung

Nun verging die Zeit wie im Flug und die Nahrungsergänzungsmittel halfen unserem Hund tatsächlich überraschend gut. Es dauerte zwar ein paar Wochen, doch dann war eine deutliche Besserung der Patellaluxation sichtbar. Unsere Kleine lief wieder gerne mit, erfreute sich des Lebens und war, dank der Nahrungsergänzungsmittel, weitgehend schmerzfrei. Allgemein war einfach zu sehen, dass das Bein wieder mehr genutzt wurde und die Kniescheibe keine Probleme mehr machte.

Zumindest in der ersten Zeit war dies so, denn nach ca. zwei Jahren wurde es dann doch wieder schlimmer und die Patellaluxation wurde erneut deutlich sichtbar, das Humpeln nahm also wieder zu. Hier kam es nun leider zu einem Zwischenfall mit einem großen Hund, bei dem unsere Kleine umknickte und so starke Schmerzen an der Kniescheibe (vermutlich) bekam, dass sie gar nicht mehr springen wollte und bei jedem Anfassen und Hochheben laut aufschrie.

Schrecklich, auch für uns, doch was wirklich die Ursache war, konnten wir leider nicht ohne weiteres feststellen, zumal der Schmerz bereits einen Tag später wieder verschwand. Natürlich lag die Vermutung nahe, dass es die Kniescheibe war, nur konnten wir eben nicht sicher sein, dass wirklich die Patellaluxation als Ursache für die Schmerzen galt.

Um das abzuklären, machten wir erneut einen Termin, diesmal allerdings nicht in der Tierklinik, sondern bei einem gewöhnlichen Tierarzt. Die Tierklinik hatte keinen guten Eindruck hinterlassen und da uns der Spezialist dort nicht einmal den Grad der Patellaluxation nennen konnte, hatten wir auch keinerlei Vertrauen in seine Fähigkeiten.

Also suchten wir uns einen Tierarzt heraus, der ebenfalls spezialisiert auf Gelenke war und auch entsprechende Zuchtuntersuchungen vornahm. Gesagt getan, schon hatten wir einen Termin und hofften darauf, endlich eine klare Diagnose bezüglich der Patellaluxation bei unserem Hund zu erhalten. Doch es sollte alles ganz anders kommen.

Von Tierarzt zu Tierarzt

Doch wir würden es nicht »Tierarzt-Odyssee« nennen, wenn nicht genau das daraus geworden wäre. Nachdem der Arzt in der Tierklinik eine leichte Patellaluxation bei unserem Hund diagnostiziert hatte, ansonsten aber keinen guten Eindruck hinterließ, hieß es bei diesem Tierarzt nun, dass unser Chihuahua garantiert keine Patellaluxation hat.

Er könne keine Patellaluxation feststellen, sagte er ganz trocken, daher teile er die Meinung seines Kollegen auch nicht. Für ihn sei die Kniescheibe in Ordnung und demnach läge auch keine Kniescheibenluxation vor. Auch nach erneutem abtasten, auf unsere ausdrückliche Bitte hin, änderte sich seine Meinung nicht.

Zunächst waren wir erleichtert, doch das Humpeln war weiterhin vorhanden und der Aufschrei mit den Schmerzen, stand ebenfalls noch im Raum. Schließlich waren wir nur wegen diesem Vorfall zum Tierarzt gefahren. Seiner Meinung nach, wären das sehr wahrscheinlich Rückenschmerzen und weil dort alles verspannt ist, würde sie humpeln.

Das klang für uns zwar dezent unlogisch, da die Rückenschmerzen aus unserer Sicht nur das Ergebnis einer Schonhaltung waren, aber was sollten wir tun? Es war schließlich nur unsere persönliche Meinung. Am Ende muss man dem Tierarzt schließlich auch ein wenig vertrauen. Leider war genau das ein großer Fehler, doch dazu später mehr.

Statt Hilfe, gab es erst einmal nur Schmerzmittel, die natürlich nicht im geringsten halfen. Beim nächsten Besuch stärkte er mit einer Art Anabolika die Muskeln von unserem Hund und beim dritten Mal wurde dann für viel Geld Geröntgt. Doch selbst auf den Röntgenaufnahmen war, laut dem Tierarzt, keine Patellaluxation bei unserem Hund zu erkennen.

Inzwischen war uns auch dieser Tierarzt ziemlich suspekt und unsympathisch geworden. Von aufrichtiger Hilfe war keine Spur und abgesehen von einigen hundert Euro weniger in der Tasche (Spritzen, Medikamente und Röntgenbilder waren extrem teuer), gab es keinerlei Perspektive für eine zukünftige Behandlung.

Da sich das Humpeln und der allgemeine Gesundheitszustand von unserem Hund, auch nach drei Besuchen kein bisschen gebessert hatte, reichte es uns. Ein neuer Tierarzt war an der Reihe, denn irgendwer musste unserem Hund doch helfen können. Erschlagen von den geringen Erfolgen und der Tatsache, dass sich die Leidensgeschichte so lange hinzog, machten wir uns also auf die Suche nach einem weiteren Tierarzt.

Noch ein weiterer Tierarzt

Beim dritten Tierarzt hatten wir ehrlich gesagt schon jegliche Hoffnung verloren. Wir waren einfach fertig. Jeder Hundebesitzer wird diese Haltung verstehen, denn man lebt mit seinem Hund, leidet mit ihm und möchte nur eines, nämlich dass es ihm gut geht.

Positiv war, dass sich der Zustand nach einigen Wochen von selbst wieder einpendelte. Der Hund lief, auch dank der Nahrungsergänzungsmittel, soweit schmerzfrei und die Kniescheibe machte keine Probleme mehr. Sie hob das Bein zwar nach wie vor viel zu oft an, doch zumindest reduzierte sich dies wieder auf ein Minimum.

Leider gab es nach ein paar Monaten dann erneut einen Zwischenfall. Wieder ein Aufschrei, beim Versuch sie hochzuheben. Vollkommen unerwartet schrie sie los, sobald sie jemand anfasste. Diesmal warteten wir auch gar nicht lange ab, machten einen Termin bei einem neuen Tierarzt und ließen sie dort umfangreich untersuchen.

Hier wurde sich nun nicht einmal mehr die Mühe einer langen Untersuchung gemacht. Die Tierärztin (diesmal eine Frau) drückte ein bisschen an den Beinen, dem Knie und der Kniescheibe von unserem Hund herum, fragte nach der Krankengeschichte und obwohl wir alles genau erklärten, gab es keine besondere Reaktion der Tierärztin.

Sie würde eine ganz leichte Patellaluxation bei unserem Hund feststellen, hieß es, allerdings auch nur auf einer Seite. Das wäre auch der Grund, warum die anderen Tierärzte die Kniescheibenluxation übersehen haben könnten. Das Humpeln käme aber wohl dennoch von den Rückenschmerzen, die auch den Schmerz beim Hochheben verursachen.

Den Grad der Patellaluxation wollte oder konnte sie uns nicht nennen und wir bekamen erneut lediglich ein paar Schmerzmittel, die den Schmerz betäuben und die Muskeln entspannen sollten. Nach einigen Tagen war dann alles beim Alten. Also weiterhin das bekannte Humpeln, weiterhin keine klare Diagnose und weiterhin keinerlei Hilfe.

Endlich eine eindeutige Diagnose

Die Rettung brachte ausgerechnet ein Tierarzt, der weder Dr. noch Dr. Med. oder gar Dr. Med. Vet. im Titel trug. Im Grunde ist das auch völlig egal, denn die Approbation haben alle Tierärzte, es ist nur durchaus ein interessanter Fakt am Rande, wie wir finden.

Nachdem uns dieser Tierarzt von Bekannten empfohlen wurde, die mit ihrem Hund schon mehrmals dort und immer äußerst zufrieden waren, hofften auch wir auf Hilfe bezüglich der Patellaluxation unseres Hundes. Freundlichkeit kam uns beim betreten der Praxis entgegen und der behandelnde Tierarzt nahm sich unglaublich viel Zeit.

Nach all den Enttäuschungen mit Tierärzten, machte dieser hier nun einen richtig guten Eindruck. Hier fühlten wir uns wohl und der Tierarzt war jemand, der das was er tat gerne tat und nicht nur weil es zur Routine geworden war oder ihm Geld einbrachte, das spürten wir von Anfang an. Genau wie man sich seinen Tierarzt eben idealerweise vorstellt.

Nachdem wir ihm unseren langen Leidensweg und die verschiedenen Diagnosen der angeblichen Patellaluxation geschildert hatten, nahm er sich auch gleich noch die Zeit ein Video von unserem Hund anzusehen, denn wir hatten den Gang unserer Hündin gefilmt, um typische Aussetzer und Situationen zum vorzeigen festzuhalten.

Schon auf den Videoaufnahmen erkannte er, dass es sich um eine Patellaluxation handelte und auch die im gleichen Haus ansässige Psychotherapeutin für Hunde, bestätigte dies noch einmal und erkannte ebenfalls, dass etwas mit der Kniescheibe nicht in Ordnung war.

Daraufhin renkte der Tierarzt die Kniescheibe vorsichtig wieder ein und aus und diagnostizierte eine Patellaluxation Grad 3. Auch wenn die Diagnose alles andere als erfreulich war, so machte sie uns dennoch Hoffnung. Diesmal war es immerhin ein klarer Befund. Endlich hatten wir einen Tierarzt gefunden, der sich die notwendige Zeit nahm, dem Ganzen auf den Grund zu gehen.

Anschließend erklärte er uns, dass die Patellaluxation bei unserem Hund relativ eindeutig ausfiel und es zwei Behandlungsmethoden gäbe. Entweder man versuche der Patellaluxation mit Physiotherapie und Nahrungsergänzungsmitteln entgegenzuwirken und den Muskel am Bein zu stärken, oder man operiert die Kniescheibe, um die Patellaluxation vollständig zu beseitigen. Wir ließen uns beide Möglichkeiten ausführlich erläutern, ebenso wie die Operationsmethoden.

Danach zeigte er uns die Patellaluxation noch einmal gezielt am eigenen Hund und lies uns diese spüren, indem die Hand aufgelegte und die Kniescheibe entsprechend bewegte. Diese war tatsächlich zu locker, sodass sie quasi von alleine aus ihrer Rollfurche gleiten konnte. Warum hatte uns das noch kein Tierarzt vorher gezeigt?

Am Ende entschieden wir uns dann, auch aufgrund der Tatsache, dass es sich nun schon so lange hinzog und dem Hund augenscheinlich Schmerzen bereitete, für eine schnelle Operation der Patellaluxation und bekamen dafür auch prompt einen Termin. Anschließend konnten wir noch einmal alle offenen Fragen stellen und mussten uns dann auf auf die bevorstehende Operation vorbereiten.

Angst vor der bevorstehenden Operation

So sehr wir auch Angst vor der Patellaluxation Operation hatten, so erleichtert waren wir auch über die rettende Hilfe des Tierarztes. Er hatte die Kniescheibenluxation schließlich nicht nur erkannt und endlich mal einem Grad zugeordnet, sondern machte auch einen durchweg professionellen Eindruck und vermittelte uns ein gutes Gefühl für die bevorstehende Operation.

Wir entschieden uns, aufgrund der Problematik mit der Kniescheibe, sofort beide Beine auf einmal operieren zu lassen. Zweimal eine Narkose, zweimal wieder neu laufen lernen, das wollten wir unserem kleinen Hund einfach nicht antun. Aufgrund der Rückenschmerzen hatten wir außerdem Angst, dass sie bei einer Schonhaltung auf drei Beinen, ebenfalls wieder Probleme bekommen würde.

Also planten wir die Operation beider Beine auf einmal und seelisch bereiteten wir uns auf das Schlimmste vor, was bei einer Operation passieren kann. Denn mit einem Fehlschlag sollte bei so etwas immer gerechnet werden. Eine Garantie gibt es nicht und eine Narkose kann immer auch den Tod bedeuten, um es mal ganz deutlich zu sagen.

Die Tage vor der Operation

Die Tage vor der eigentlichen Operation, waren wir verständlicherweise sehr aufgeregt. Bei einer Narkose kann schließlich immer etwas schiefgehen. Klar, heutzutage nehmen die Menschen ständig irgendwelche Tabletten und Medikamente und haben auch keinerlei Angst mehr vor den Schäden verschiedener Arzneimittel, doch wir sind da ehrlich gesagt etwas anders.

Wir wussten, dass jede Narkose auch tödlich enden kann, wenn es zu Komplikationen kommt, der Hund auffällig reagiert oder eine allergische Reaktionen zeigt. Also genossen wir die Tage mit unserem Hund noch viel intensiver als zuvor. Wir kuschelten und kraulten sie stundenlang, doch wie Hunde nun einmal sind, spürte sie schon, dass da irgendetwas auf sie zukommen wird. Das war allerdings auch unvermeidlich, schließlich waren wir selbst bereits ziemlich angespannt und aufgeregt.

Wie schon gesagt, eine Narkose kann immer auch den Tod für den Hund bedeuten, wenn es zu einem Zwischenfall oder einer unerwarteten Reaktion kommt. Darauf sollte jeder Hundehalter vorbereitet sein, wenn eine Operation bevorsteht.

Operation der Patellaluxation

Dann ging alles sehr schnell. Am frühen Morgen brachten wir unseren Hund zum Tierarzt und wurden zeitnah in das Operationszimmer gerufen. Dort verabreichte der Tierarzt sogleich die Narkose. Hier waren mehrere Injektionen notwendig, bevor selbige Wirkung zeigte, da er lieber klein anfing (wegen der Gewichtsklasse) und sie sehr stark dagegen ankämpfte, um wach zu bleiben.

Wenn euer Hund eine Operation vor sich hat, solltet ihr vorab darüber nachdenken, ob ihr beim Einleiten der Narkose wirklich dabei sein möchtet. Es ist keine Pflicht und seinen Hund dort auf dem kalten Operationstisch liegen zu sehen, wie er ganz langsam die Augen schließt und bildlich gesprochen direkt vor einem stirbt, ist schon ein heftiger Anblick. Das solltet ihr euch unbedingt klar machen! Unterschätzt das nicht, es sieht wirklich grauenvoll aus. Als unser Hund dann vollständig eingeschlafen war, mussten wir gehen.

Da die Operation einer Patellaluxation ziemlich umfangreich ist, unter anderem, weil der Knochen gesägt und angepasst werden muss, damit eine neue Rollfurche für die Kniescheibe entsteht, ist euer Hund nach der Operation entsprechend erschöpft und mitgenommen.

Damit sich der Hund etwas erholen und kontrolliert aufwachen konnte, sollten wir ihn deshalb erst am Abend abholen. Einen Anruf bekamen wir allerdings direkt nach der Operation, einfach damit wir uns keine Sorgen mehr machen mussten und wussten, dass alles gutgegangen ist.

Abholung nach der Operation

Das Abholen nach der Operation ist dann ziemlich emotional. Anders kann es gar nicht gesagt werden, denn noch heute erinnern wir uns sehr genau an diesen Moment. Sie hatte ihren Leckschutz um den Hals, den Verband um beide Beine und sah sichtlich mitgenommen aus. Die Augen waren ein einziger Brei aus kleinen verquollenen Schlitzen, der Körper erschien völlig erschlafft und in sich zusammengefallen, das Fell wirkte zerzaust und stumpf.

Leblos und reglos, kam der Hund uns vor, als wir ihn auf den Arm nahmen und vorsichtig in die Transportbox legten. Die Kleine war außerdem kaum zu einer Reaktion fähig, hatte Schmerzen und wollte nur ihre Ruhe, wie wir ihr mehr als deutlich ansehen konnten. Zuhause angekommen torkelte sie kurz ein wenig umher und versank dann sehr schnell in ihrem Körbchen, um sofort einzuschlafen.

Ein paar Tage nach der Operation

Auch wenn der Tierarzt meinte, wir sollten sie ruhig ein wenig bewegen, damit das Bein nicht ganz still liegt und der Muskel sich nicht vollständig abbaut, war daran tatsächlich nicht einmal ansatzweise zu denken. Der Hund war einfach völlig mitgenommen, sodass er erst einmal nur schlief und nicht mehr aufstand.

Selbst trinken wollte unser Hund erst am zweiten Tag und auch da nur sehr wenig. Als Unterstützung bekam sie außerdem starke Schmerzmittel. Immer wieder versuchten wir ihr ein wenig Hundefutter zu geben, ein bisschen Wasser schmackhaft zu machen oder ähnliches, doch sie war tatsächlich einfach nur erschöpft und so ließen wir sie am Ende einfach in Ruhe, gönnten ihr die Auszeit zur Genesung.

Wann immer sie wach wurde, ging es dann in den Garten, doch dort löste sie sich nicht, war verunsichert und traumatisiert. Das ging dann tatsächlich mehrere Tage so. Als sie sich dann plötzlich in der Wohnung löste, kurz nachdem wir erst vorher mit ihr draußen gewesen waren, störte das natürlich recht wenig. Vielmehr waren wir in diesem Moment erleichtert darüber, dass es endlich geschehen war.

Nach einigen Tagen konnte der Verband dann bereits abgenommen werden, sodass nur noch ein großes Pflaster, schützend über die Naht der Operation am Kniegelenk gelegt wurde. Auch der Leckschutz war glücklicherweise nicht länger notwendig, da unser Hund keine Anstalten machte, an den Nähten herumzuspielen. Ein Glücksfall, denn viele Hunde neigen dazu, sich die Fäden selbst ziehen zu wollen.

In der weiteren Zeit wurde es dann schnell besser und wir mussten aufpassen, dass unser Hund nicht bereits zu viel laufen wollte. Schließlich ist kurz nach der Operation jeder Fehltritt ein großes Problem, da so unter Umständen erneut eine Patellaluxation entsteht und der Kniescheibe weiterer Schaden zugefügt wird. Also mussten wir sie entsprechend stark bremsen und darauf achten, dass sie keine Sprünge machte und von anderen Hunden in Ruhe gelassen wurde.

Durch das Schmerzmittel war unser Hund außerdem weitgehend schmerzfrei und demnach ignorierte sie vieles einfach, obwohl sie in Wahrheit noch sehr wackelig auf den Beinen stand. Die ständige Kontrolle war deshalb gar nicht so leicht und nichts was nebenbei erledigt werden konnte. Diesen Zeitfaktor solltet ihr unbedingt einplanen, nicht unterschätzen und euch entsprechend viel Urlaub nehmen, wenn ihr die Patellaluxation bei eurem Hund operieren lassen möchtet

Mit einer Heilphase von zwei Wochen müsst ihr durchaus rechnen, in denen der Hund besonders im Auge behalten werden muss. Selbst danach kann aber noch viel passieren, da die Heilung weitere Zeit benötigt und Knochen und Knorpel sich erst neu bilden müssen, bevor die Kniescheibe wieder voll einsatzfähig ist.

Uns war das am Anfang ehrlich gesagt nicht klar und der Tierarzt meinte sogar, wir könnten bereits kurz nach der Operation wieder mit unserem Hund spazieren gehen. Daran war jedoch nicht zu denken.

Schock nach der Heilphase

Als unser Hund direkt nach seiner Patellaluxation Operation wieder lief, zum ersten Mal seit langem wieder richtig normal, waren wir regelrecht erleichtert. Uns ging das Herz, weil wir hofften, sie bekommt ihre Lebensfreude zurück und verliert die ständigen Schmerzen.

Das Gefühl währte allerdings nicht sehr lange. Relativ schnell humpelte sie dann doch wieder, schlimmer noch als zuvor. Nicht mehr nur alle paar Meter, sondern nun fast ständig und bei jedem zweiten Schritt. Der Tierarzt meinte es könnte noch der Draht sein, der erst später entfernt werden kann, wenn die Kniescheibe wieder stabil ist, doch auch als dieser beseitigt war, besserte sich der Gang nicht im Geringsten.

Ein großer Rückschlag und ziemlicher Schock. Alles war wieder wie vor der Operation. Wir hatten viel Geld ausgeben, unser Hund musste Schmerzen leiden, neu laufen lernen und all das, für eine minimale Verbesserung. Unser Vertrauen in Tierärzte ist bist heute grundlegend erschüttert und geholfen haben bislang eigentlich nur die Nahrungsergänzungsmittel. Die können die Patellaluxation zwar nicht heilen, aber mit ihnen geht es dem Hund zumindest spürbar besser.

Auch danach gab ich also wieder die Gelenktabletten und nach einigen Monaten wirkten diese wie gewohnt und verbesserten das allgemeine Wohlbefinden unseres Hundes. Ob die Patellaluxation nun behoben ist, die Operation nicht sauber verlief, oder ob sie aus einem anderen Grund humpelt, werden wir wohl nie erfahren. Laut dem Tierarzt ist die Patellaluxation jedenfalls beseitigt und wir sollen weiter auf Nahrungsergänzungsmittel setzten, solange diese eine Wirkung zeigen.

Persönlich möchten wir unserem Hund nun jedenfalls keine weitere Operation mehr zumuten. Gekostet hat diese Tierarzt-Odyssee, mit all den Behandlungen vorab, mindestens 2.500 Euro. Gefühlt geht es unserem Hund nach all dem außerdem nicht besser, sondern eher schlechter und noch einmal würden wir all das nicht wiederholen.

Immerhin sind wir nun um eine Erfahrung reicher und können all unsere Eindrücke und Erfahrungen mit anderen betroffenen Hundehaltern teilen. Wir wünschen euch daher alles Gute für euch und euren Hund. Trefft eine eigene Entscheidung aber bleibt skeptisch, vor allem wenn es um Operationen und Tierärzte geht.